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Bilder von Innenseite der Reaktorgebäude von AKW Fukushima I

Die japanische nukleare Regulierungskommission hat neulich verschiedene Videos veröffentlicht, die die Innenseite der Reaktorgebäude des AKW Fukushima I zeigen. Sie wurden bei der Atomkatastrophe vor fast 10 Jahren durch eine Wasserstoffexplosion zerstört.

Block 1: https://www.youtube.com/watch?v=7KX-mmwh93c&list=PLmEL1pMVzxvfOzFQXY-josH28sjv1zACb&index=4 (09.10.2020)

Block 2: https://www.youtube.com/watch?v=xgN2kCOrn9k&list=PLmEL1pMVzxvfOzFQXY-josH28sjv1zACb&index=5 (08.10.2020)

Block 3: https://www.youtube.com/watch?v=2ogtUCOnQDg&list=PLmEL1pMVzxvfOzFQXY-josH28sjv1zACb&index=3 (18.09.2020)

 

 

 

Kontaminierte Erde für Gemüseanbau

Seit letztem Jahr prüft die japanische Regierung, ob die radioaktiv kontaminierte Erde aus Fukushima, die bei der Dekontaminierungsarbeit vom Boden entfernt wurde, für den Gemüseanbau einsetzbar ist. Der Test wird durchgeführt im Bezirk Naganuma, der heute noch der Sperrzone zugeteilt ist. Dort wird die kontaminierte Erde, deren Strahlendosis jedoch geringer als ein Referenzwert beträgt, mit einer fünfzig Zentimeter dicken Schicht der normalen Erde gedeckt. Nun will das Umweltministerium, so die japanischen Medien, den Test ohne diese nicht kontaminierte Erde weiterführen. Angebaut werden hier Kohle und Bohnen. Die geernteten Gemüse werden nach der radioaktiven Konzentration geprüft. Würden Spezialisten sie als sicher zum Verzehr beurteilten, könnte die kontaminierte Erde in Zukunft ohne jegliche Behandlung für den Gemüseanbau verwendet werden.

Arbeit im Kernkraftwerk

Tepco treibt laut Berichte der Tokyo Zeitung eine Vorbereitung für eine Untersuchung des Innenraums des Reaktorbehälters im Blocks 1 voran. Der Betreiber des havarierten Kernkraftwerks Fukushima I bohrte ein Loch in die Türe des Behälters, um  ab Oktober mit einem tauchbaren Roboter, der durch das Loch in die Innere des Behälters geschickt wird, den Zustand der geschmolzenen Kernbrennstoffe zu untersuchen, dabei wird einen Teil davon herausgeholt. Die Strahlendosis im Gebäude 1 beträgt heute max. 5150 mSv/Std.

Im Block 2 wird zurzeit eine Vorbereitung für die Herausnahme der abgebrannten Brennstoffe aus dem Abklingbecken, das sich im obersten Stockwerk befindet, getroffen. Vorerst müssen 44 Container, die Helme und Werkzeuge enthalten, mit einer fernbedienten Maschine aus dem Stockwerk herausgeholt werden. Diese Gegenstände wurden mithilfe eines Roboters in die Container gebracht. Auch hier ist eine Untersuchung des Reaktorbehälters ab Oktober geplant.

Beim Block 3 wurde eine Hülle über einem beschädigten Bereich des Dachs eingerichtet. Durch diesen Teil hatte das Regenwasser ins Gebäude gesickert, so dass es die Entstehung des radioaktiv verschmutzten Wassers verursacht hatte. Tepco will bis Ende September noch einen weiteren Bereich des Dachs vor dem Regen schützen.

Diese Reaktoren werden immer noch mit Wasser versorgt, um die verschmolzenen Brennstoffe abzukühlen. Weil die Hitzeerzeugung nun neun Jahre nach der Katastrophe massiv nachgelassen hat, will Tepco bald einen Test während drei bis fünf Tage durchführen, um zu sehen, ohne Wasserversorgung wie viel wärmer es im Reaktor wird.

Sperrung aufheben ohne Dekontaminierung

Die japanische Regierung will Sperrzonen in Fukushima nun ohne Dekontaminierung aufheben. Ursprünglich hat sie versprochen, die mit radioaktiven Stoffen kontaminierten Orten zuerst ausnahmslos zu dekontaminieren, um sie wieder bewohnbar zu machen. Der Grenzwert beträgt 20 mSv im Jahr.

Wenn die Strahlendosis natürlicherweise so stark abschwächt, dass sie unter den Grenzwert fällt, und dort niemand mehr wohnen würde oder die betroffene Gemeinde sich eine rasche Aufhebung der Evakuierungsanordnung auch ohne Dekontamination wünscht, sollte es aber bald möglich werden.

Das verlangt jedoch nur eine Gemeinde, nämlich Iidate, und alle andere wollen wie bis jetzt vor der Aufhebung der Anordnung eine Dekontaminierungsarbeit, deren Verantwortung der Staat übernehmen soll. Diese sechs Gemeinden planen, dass die Sperrung spätestes 2023 Frühling aufgehoben werden soll.

Im August 2013 gehörten insgesamt 11 Gemeinden der Präfektur Fukushima zur Sperrzone. Heute darf man sich in rund 70 % dieses Gebiets wieder frei bewegen und wohnen.