Unglückliches Glück

In japanischen Zeitungen liest man ab und zu einen Bericht, in dem Gedanken oder Gefühle vorkommen, die für die Japaner als typisch bezeichnet werden können. In der Asahi-Zeitung vom 14. Juni war wieder solch ein kleiner Bericht zu lesen.

Als ein Journalist in der Stadt Minami-Sanriku, wo durch Tsunami völlig verwüstet wurde, eine Frau nach der Zustand ihres Hauses und dem Befinden ihrer Familieangehörigen fragte, sagte sie ihm „Es tut mir leid“ und verneigte sich. „Meine Wohnung steht schadlos und meine Familie ist alle wohlbehalten.“

Die Familie zog trotzdem aus der Stadt aus, weil es dort weder fliessendes Wasser noch Läden gibt. Aber vor allem weil sie von den Gedanken gequält wird, dass die anderen Stadtbewohner sie beneiden würden. Sie hat ein schlechtes Gewissen, weil der Tsunami, der so viele Menschenleben und Erinnerungen und zu Hause mitgerissen hat, sie und ihre Familie verschont hat.

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